Bundesbank Chef Weidmann zum Anleihenmarkt

Die gestrigen Aussagen von Herr Weidmann passen irgendwie hervorragend zu dem aktuellen Geschehen rund um Deutsche Bank COCOs aber auch zu Emissionen wie Mahle, Dürr etc.

Wir geben hier den Kommentar von Dow Jones Newswires weiter:

Für große Augen bei Händlern sorgen die klaren Worte von Bundesbank-Chef Weidmann zu den Risiken von Peripherie-Anleihen. „In der Stärke hat man das von der Bundesbank bisher noch nicht gehört“, sagt ein Händler. Weidmann hatte am Vorabend vor den Rückschlaggefahren bei Peripherie-Bonds gewarnt, falls die dortigen Reformen nicht entsprechend der Erwartung der Anleger vorankommen sollten. Die Rating-Hochstufung Spaniens trete angesichts dessen in den Hintergrund. Zusammen mit dem Risiko, dass bei der Europawahl anti-europäische Parteien stark gewinnen, könnten die Bond-Märkte weiter belastet werden. „Das legt noch einmal den Finger in die Wunde, wie irrsinnig mittlerweile die Risikobereitschaft bei Anleihen geworden ist“, so ein Analyst. Die Rendite-Aufschläge (Pick-up) spiegelten die Risiken der jeweiligen Papiere nicht mehr wider. So hatten sich bis zum Beginn der Korrektur vor rund einer Woche die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen Spaniens den US-Anleihen auf nur noch 30 Basispunkte angenähert. Selbst Portugals Notenbank warnte danach vor „zuviel Selbstgefälligkeit“.

„Allerdings ist das kein Problem, das auf die Peripherie beschränkt ist“, so
der Analyst: „Selbst konservative Anleger wie Pensionskassen begreifen nicht, dass die modernen Anleihenkonstrukte oft gefährlicher als Aktien sind“. Es werde lediglich „nach dem Pick Up geschaut, ohne den Prospekt zu lesen“. Daher seien auch diverse Unternehmensanleihen davon betroffen, besonders wenn diese von dominierenden Finanzinvestoren begeben wurden. Einige dieser Konstrukte seien „so nachrangig gestaltet, dass sie fast schon toxisch sind“.

 

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